| Das Bruno-Stäblein-Archiv
Mikrofilmsammlung mittelalterlicher
Musikhandschriften
Zu den Schwerpunkten in Forschung und Lehre am Institut
für Musikwissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg
gehört die Musikgeschichte des Mittelalters. Eine einzigartige
Voraussetzung hierfür bietet ein Archiv mit Mikrofilmen
mittelalterlicher Musikhandschriften, das auf die Initiative von Bruno
Stäblein zurückgeht, der von 1956 bis 1963 den Erlanger
Lehrstuhl für Musikwissenschaft innehatte. Stäbleins
zunächst privat angelegte Filmsammlung wurde 1962 vom bayerischen
Staat übernommen und dem Erlanger Institut für
Musikwissenschaft zur Bewahrung, Erweiterung und Auswertung
angegliedert.
Heute sind im Bruno-Stäblein-Archiv
über 4000 mittelalterliche Musikhandschriften aus mehr als 300
Bibliotheken in 18 Ländern vollständig oder in wesentlichen
Ausschnitten auf Film zugänglich.
Einen großen Teil dieser Filme hat Bruno Stäblein auf
ausgedehnten Bibliotheksreisen selbst aufgenommen. Er bildet auch die
Editionsbasis der von Stäblein begründeten
Denkmälerausgabe einstimiger (geistlicher und weltlicher)
mittelalterlicher Musik, der Monumenta
Monodica Medii Aevi. Leiter des Bruno-Stäblein-Archivs ist
PD Dr. Michael Klaper.
Der von Stäblein zusammengetragene
Grundstock des Filmarchivs wurde durch Duplizierung auf Mikrofiche
konserviert und wird durch Neuaufnahmen laufend erweitert; die von ihm
begonnene Erschließung und Auswertung der Quellen wird
fortgesetzt. Eine recherchierbare Datenbank der in den bisherigen
Bänden der Monumenta Monodica Medii Aevi berücksichtigten
Quellenbestände des Archivs ist zugänglich über www.cantus-augusta.de.
Der Filmbestand des
Bruno-Stäblein-Archivs wird für Forschungsarbeiten wie auch
für Lehrveranstaltungen am Erlanger Institut intensiv genutzt und
steht Mediävisten aus aller Welt als häufig aufgesuchte
Präsenzsammlung offen.
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